Perspektiven in der Einsichtspsychologie

 

Eine Psychologie aus der Einsicht bedarf ebensovieler Perspektiven, wie der Mensch in seiner Kreativität beim Erschaffen von Vorstellung und Denken heranzieht.

Die Perspektivenvielfalt ist eine unbegrenzte, weil der Mensch unbegrenzt viele Blickwinkel einnehmen kann.

 

Perspektivenverantwortung und Perspektivenethik

 

Die Wahl einer Perspektive ist daher nicht nur als solche im Bewußtsein zu halten, sondern auch in ihrer Rolle als Vordergrund vor dem Hintergrund passender anderer Perspektiven auf eine Situation.

Die Ablösung von Perspektiven durch nächste, die jeweils nächste Erkenntnisdimensionen offenbaren, ist das Wesen der Einsicht aus der Methode der Betrachtung.

Die Vorläufigkeit aller Weisheit wie alles Wissens ist so ein unvermeidbarer Umstand und eine unveränderliche Wirklichkeitsdimension für den Menschen.

Perspektiven werden gewählt, gehalten, gewechselt, eingenommen, abgelegt in freier Wahl, daraus folgt die wissensethische  und weise Forderung nach Perspektivengewahrsein.

Davor, am Beginn der Verantwortung, steht die wissensethische und weisere Forderung nach Perspektivenwahlgewahrsein.

Das Gewahrsein des Augenblicks der Entscheidung beginnt beim Gewahrsein des Entstehens einer erstrebenswerten Vorstellung, sei es eines Dings oder einer Perspektive.

Daher steht am Beginn des Perspektivenwahlgewahrseins das Entstehungsgewahrsein und die weisheitsethische Forderung danach als Leitlinie dafür.

Wenn es eine Wahl gibt, sind die Alternativen selbst geschaffen und angeboten. Man ist sich dafür verantwortlich, welche Angebote man sich macht.

Und man ist Gott und der Welt gegenüber haftbar, welche Möglichkeiten der Entscheidung zum Handeln und Behandeln man sich damit gibt und nimmt.

In welche Situationen man in seiner geschaffenen und gewählten Perspektive die anderen Menschen hineinsieht und wie man sie darin behandelt und beeinflußt.

 

Die Entwürdigung als universelles Grundlaster

 

Nach der Ursünde der Entwürdigung vom Subjekt zum Objekt oder nach der Pflicht zur Würdigung als Subjekt?

Wie weit verfällt man dem Laster des Gebrauchs der Menschen als Gegenstände zur eigenen Zweckerfüllung?

Davor: Wie sehr ergibt man sich der Versuchung der Einflußkräfte und Einflußmöglichkeiten auf andere Menschen dazu, sich ihrer egoistisch und egozentrisch zu bedienen statt nach bestem Wissen und Gewissen?

Wieviel Quid-pro-quo erfüllt man, wieviel Gewinn schafft man beiseite?

Fügen wir keinem anderen zu, was wir nicht wollen, daß man uns tu‘?

Diese Prüfung bestanden, ist die Gelegenheit zu einem Blick auf das evolutionäre Charisma des Menschen.

 

Das evolutionäre Charisma des Menschen

 

Welterfolg Mensch! Alle fragen sich: „Was ist sein Geheimnis?“

 

Wer den Menschen gerecht beurteilen will, muß auf die zeigen, die ihm das Wasser reichen können.

Wer die Gegenwart und ihre Mängel realitätsgerecht beurteilen will, muß auf das zeigen, was die Zeiten schon alles an Mängeln überwunden haben.

 

Die Titelfrage ist leicht zu beantworten: Der Mensch benutzt eine geniale Psychotechnik zur Evolution, man könnte sie die „dreifache Weltverbesserung im evolutionären Fünferschritt“ benennen.

 

Die 3fache Weltverbesserung im 5erschritt

 

Wir verbessern, seit wir wir werden, unermüdlich drei Welten: die materielle, die mitmenschliche und unsere innere.

Wir machen fünf Schritte, mittels derer wir uns zu unseren Weltverbesserungsprojekten befähigen:

1. wir machen uns eine erstrebenswerte Vorstellung (Ideal)

2. wir verpflichten uns, nach ihrer Verwirklichung zu streben (Pflicht)

3. wir glauben an unseren Erfolg (Vertrauen)

4. bei Mißerfolg streben wir weiter

5. bei Erfolg stellen wir uns das nächste Ideal vor

 

Das Primat des Glaubens

Das Entscheidende für das Gelingen ist der Glaube. Er ist eine narrensichere Vorrichtung zur Mobilisierung der besten Kräfte.

Daher hat der Mensch seit der Steinzeit Kulte, Mysterien, Opfer, Prozessionen, Tänze, Liturgien und Altäre mit Feuer und Räucherwerk, dafür hat er Choräle, Chants, Trommeln, Trompeten, Zimbeln und Triangeln, Leiern, Violinen und Orgeln und mehrstimmige Kirchenchöre. Zur garantierten Tranceentfaltung in die Verbundenheit mit dem Großen und Höchsten, wie sie in den Gebetsformeln, den Lesungen, Evangelien und Litaneien beschworen wird.

Deswegen beschwören wir post-rationalen, post-moralischen Ideologisten rituell die europäischen Werte und die Aufklärung des Abendlands, wenn wir mit etwas konfrontiert werden, was laut unserem Handbuch für die Wirklichkeit von heute unmöglich sein müßte.

Im Einklang mit den Übermächten gelingt das Werk und wird das Unmögliche ein Kinderspiel! 

Das läßt sich der Mensch als bewährte, beflügelnde, tröstende und rettende Magie nicht nehmen.

einpsy_tel-text_contr_295x45

Weiterempfehlen, wenn's empfehlenswert erscheint!